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Fleißiges MySQL-Bienchen

Bei der heutigen kurzen Server-Session sind mir über phpMyAdmin etwas zufällig Statistiken über den MySQL Server ins Auge gesprungen. Erstaunlich, wieviel Datenverkehr im täglichen Betrieb des MySQL Datenbankservers anfallen kann. In den letzten zwei Wochen sind gute 26 GiB an „internem“ Traffic angefallen.

MySQL Traffic
MySQL Traffic

Zum Vergleich: der Traffic, der über die Netzwerkschnittstelle anfällt, ist derzeit deutlich geringer. Das mag unter anderem an den täglichen Backups und den ganzen Anwendungen liegen, die mittlerweile den MySQL Server nutzen. Das ganze hat aber ausschließlich rein informativen Charakter, denn der Server hat noch gut lachen, wenn man die effektive Auslastung betrachtet.

ob_gzhandler Bug in PHP 5.4.4

Mein freudestrahlender Beitrag auf Facebook über das erfolgreiche Serverupgrade wurde von Stefan aka xxoun heute wie folgt kommentiert:

versprochen, bald isses mit den glücksmomenten auch schon wieder vorbei 😉

Wie recht er doch hatte, der erste Bug in der neuen PHP Version ist schon gefunden. Erst geschah es beim Aufruf des phpBB3 ACP, dann im WordPress Backend: die Seiten wurden entweder nicht richtig dargestellt oder es kam gleich eine Fehlermeldung mit Hinweis auf den ob_gzhandler. Nach einer kurzen Recherche ist klar, dass der Fehler eindeutig in PHP 5.4.4 begründet liegt (siehe https://bugs.php.net/bug.php?id=62335). Hoffen wir, dass er in der nächsten Version wieder behoben wird (scheinbar war er bereits behoben, wurde dann aber wieder „integriert“). Bis dorthin hilft der folgende Workaround über die .htaccess:

php_flag zlib.output_compression Off

Upgrade auf Apache 2.4 und PHP 5.4

Das Apache 2.4 und PHP 5.4 vor wenigen Monaten relativ zeitlich gleich erschienen sind, hatte Synergieeffekte zur Folge: das Upgrade auf die beiden neuen Versionen konnte miteinander verbunden werden. Im Grunde genommen hatte ich bereits im April vor das Upgrade vorzunehmen, habe es letztendlich aber bis zum heutigen Tage immer wieder vor mir hergeschoben. Wenn man einige Ursprungsbugs betrachtet, war diese Entscheidung vielleicht gar nicht mal so verkehrt. Die Zeit währenddessen habe ich zudem dazu genutzt, mich über mögliche Probleme schlau zu machen, sodass ich für den heutigen Tag relativ gut gerüstet schien.
Die beiden Hauptkonfigurationsdateien httpd.conf und die php.ini habe ich von den neuen Versionen übernommen und an meine bisherige Konfiguration per WinMerge angepasst. Natürlich haben beide neue Versionen in ihren jeweiligen Konfigurationsdateien Spuren hinterlassen, insgesamt lässt sich jedoch sagen, dass diese glücklicherweise relativ undramatisch ausfielen und durch Kompatibilitätsmodule wie z.B. mod_access_compat abgefedert werden konnten. Am eigentlichen Kompilierungsvorgang änderte sich auch wenig.
Und so startete die neue Generation der Webserverumgebung am Schluss nach wenigen kleinen Fehlern problemlos. Damit dürfte für die nächsten Monate wieder Ruhe einkehren, der große Wechsel ist geschafft 🙂
In den nächsten Monaten gilt nun der Hauptaugenmerk den PHP Scripts, die teilweise noch nicht ganz an PHP 5.4 angepasst sind. Wenn ihr irgendwo den ein oder anderen Fehler entdecken solltet, würde ich mich über eine kleine Mitteilung freuen. Vielen Dank! 🙂

PS: Man sollte natürlich Monitoring-Systeme vor geplanten Wartungsarbeiten abschalten, um nicht unnötig an SMS Nachrichten zu gelangen. Hinterher ist man immer schlauer 😀

Die Sache mit der Schaltsekunde

Eben informierte auch Hetzner (vorbildlich!) über das Problem einer hohen CPU-Auslastung durch die am Wochenende eingefügte Schaltsekunde, die manche Linux Distributionen etwas aus dem Tritt brachte. Bemerkenswert dabei ist, dass dies zu einem Anstieg um einen ganzen Megawatt führte.

Sehr geehrter Herr Stauder,

in der Nacht vom 30.06.2012 auf den 01.07.2012 registrierten unsere internen
Überwachungssysteme einen Anstieg des IT-Stromverbrauchs um etwa ein Megawatt.

Grund für den enormen Anstieg ist die zusätzliche geschaltene Extrasekunde,
(http://www.heise.de/newsticker/meldung/Schaltsekunde-Verlaengertes-Wochenende-1629612.html)
die auf Linux-Rechnern zu dauerhafter CPU-Auslastung führen kann.

Laut heise.de sind diverse Linux-Distributionen davon betroffen. Nähere Infos
finden Sie dazu unter:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Schaltsekunde-Linux-kann-einfrieren-1629683.html

Um die CPU-Auslastung wieder auf ein normales Maß zu reduzieren ist in vielen
Fällen ein Neustart des gesamten Systems notwendig. Im ersten Schritt sollten
Sie dazu einen Soft-Reboot über die Kommandozeile versuchen. Sofern diese
Maßnahme nicht greift, steht Ihnen noch die Möglichkeit eines Hardware-Resets
über die Administrationsoberfläche Robot zur Verfügung. Wählen Sie dazu in der
Administrationsoberfläche den Menüpunkt „Server“ sowie den Reiter „Reset“
des jeweiligen Servers.

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Hetzner Online AG
Stuttgarter Str. 1
91710 Gunzenhausen
Tel: 09831 61006-1
Fax: 09831 61006-2
info@hetzner.de
http://www.hetzner.de

Registergericht Ansbach, HRB 3204
Vorstand: Dipl. Ing. (FH) Martin Hetzner
Aufsichtsratsvorsitzende: Diana Rothhan

Mein Server war davon nicht betroffen, auf die Heise Meldung bin ich bereits kurz nach erscheinen aufmerksam geworden. Zwar unterstützt wohl auch chrony in der in Debian Squeeze verwendeten Version  soweit ich das recherchieren konnte Schaltsekunden, allerdings könnte es sein, dass durch die sanftere Angleichung statt einem plötzlichen Sekundenwechsel der Worst Case auf meinem Server ausgeblieben ist. Chrony statt ntpd hat sich in diesem Fall bewährt 🙂

 

„Du hast doch ’n Server?“

Etwas überrascht habe ich am vergangenen Abend einen Anruf meiner Schwester entgegengenommen. Nicht durch den ursprünglichen Grund des Anrufs, denn die Vermutung eines Defekts des Notebooks ließ sich schnell auf ein Softwareproblem reduzieren. Es ging vielmehr um die Anmerkung, die ihr nach dem Gespräch über die Lippen kam:

„Jan, Du hast Doch einen Server. Kann ich da auch meine Daten drauf speichern, um sie überall dabei zu haben?“

Im ersten Moment war ich dann etwas perplex, dass gerade sie auf diese Idee kam. Erst das Smartphone, dann die häufige Nutzung unterwegs und nun das – Hut ab! Da denken manche weibliche Personen noch cloud-mäßiger als Du selbst 😀

Alle Jahre wieder, kommt das Serverkind

Pünktlich zum 4. Oktober 2011 hat Hetzner kurz nach 0 Uhr die neue Serverreihe online gestellt, die insbesondere beim kleinsten Modell wieder einmal eine spürbare technische Verbesserung brachte. Der Vorabend bis zur Veröffentlichung der neuen Modelle fühlte sich in der Tat wie ein Silvesterabend an, auf den man sehr gespannt entgegenfieberte, um dann auch wirklich kurz vor 0 Uhr am Computer zu sein. Was des einen Apples Pressekonferenz ist, kann beim anderen durchaus auch der Release einer neuen Serverreihe sein 😉 Durchaus pünktlich gingen die Angebote dann auch online und der Nachfolger meines aktuellen Servers war – obwohl ich das eigentlich gar nicht vor hatte – bereits 23 Minuten später geordert. Ganze 3 Minuten dauerte es dann, bis die Zugangsdaten für den neuen Server auch schon eintrudelten. Wahnsinn wie automatisiert das mittlerweile ist. Kurzerhand gerieten die nächsten Stunden dementsprechend zur spontanen Serverwechselnacht. Spontan ist dabei durchaus wörtlich zu nehmen, eigentlich wollte ich die Angebote ursprünglich nur kurz inspizieren, der Freudendrang war dann aber letztendlich zu groß, sodass ich dann in einer Art Harakiri-Aktion ungeprobt den Wechsel vorantrieb. Gewohnterweise stellten sich einige Probleme in den Weg (3 TB HDDs = GPT, udev = eth0 zu eth1 durch das vKVM, grub2), die aber – und das ist nicht immer gewöhnlich – innerhalb der Nachtfrist gelöst werden konnten. Da ich erst Anfang des Jahres den Wechsel auf das aktuelle Squeeze System vorgenommen habe und vor allem den Mailserver schön eingerichtet habe (das ist leider immer wieder jede Menge Arbeit), habe ich bei diesem Serverwechsel einen Umzug per Image bevorzugt. Die Root-Partition des alten Servers wurde so per partimage gesichert und  dann auf eine größere Partition auf dem neuen Server zurückgespielt. Nach einer Vergrößerung des Dateisystems und einigen Anpassungen an das neue System (u.a. IP, UUIDs, usw.) bootete der neue Server nach einigen vKVM Sessions am Ende durch und die Umgebung präsentiert sich nun bis auf die leistungsmäßig bessere Hardware wie auf dem alten System. Der neue Server (Hetzner EX4) verfügt nun über einen Intel i7 2600 4x 3.4 Ghz, 16 GB DDR3 RAM und zwei 3 TB S-ATA 6G Festplatten. Damit dürfte sich die Zeit bis zur nächsten Angebotsaktualisierung locker überbrücken lassen. Auf ein neues, Fuchs! 🙂

IPv6 – Zahlenspiele

Die Dimensionen von IPv6 werden insbesondere dann deutlich, wenn man ein wenig zu rechnen beginnt. Lasst uns loslegen.
Für die nächsten Berechnungen ziehen wir Hetzner als praktisches Beispiel heran. Hetzner vergibt jedem Root Server Kunde ein /64 IPv6 Subnetz. Das ist schon die kleinste vergebbare Netzgröße!
Es stehen somit 64 Bit für den Hostanteil zur Verfügung, das entspricht der magischen Zahl 18.446.744.073.709.551.616 oder ausgeschrieben: rund 18 Trillionen.
Hetzner selbst scheint ein /32 Netz erhalten zu haben. Mit diesem /32er Netz lassen sich bei der Vergabe von /64 Netzen an Kunden 32 Bit Subnetze bilden, das entspricht 4.294.967.296 – oder rund 4 Milliarden. Hetzner könnte also rund 4 Milliarden Netze mit jeweils rund 18 Trilliarden Hosts bilden. Würde Hetzner /56 Subnetze an Kunden vergeben (die eine Weiterunerteilung in 256 Netze ermöglichen), wäre dagegen Platz für  „nur“  16,7 Millionen Netze bzw. rein theoretisch Kunden.
Schon mit diesen kleinen Zahlenspielen wird klar, dass IPv6 nur bedingt greifbar ist – zumindest für denjenigen, der sich zahlenmäßig nähert. Da stößt man schnell in Bereiche vor, die schwer vorstellbar sind. Aber ohne Frage macht das auch einen zusätzlichen Reiz aus. Der passende Reiz zur baldigen umfassenden IPv6 Unterstützung? 🙂

Mobile Fuchszähmung

„Schatz, wieso nutzt Du in letzter Zeit Dein Smartphone immer auf dem Sofa?“
„Du, das ist der Grund, warum ich für simple Dinge nicht mehr an den Computer muss!“

Und nun kommt noch einer dazu. Hetzner wird voraussichtlich im August für Android und iOS eine App für die Verwaltung des dedizierten Servers anbieten, die rudimentäre Operationen wie einen Neustart unterstützt. Wenn der Server also nachts mal hängen sollte, kann er bequem vom Bett aus neugestartet werden. Vorausgesetzt alle notwendigen Anwendungen werden bei einem Systemstart automatisch gestartet, kann man sich zudem in einigen Fällen den kurzfristigen Gang zur Shell (den man mit passenden Apps ebenfalls auf das Smartphone übertragen kann) sparen und die Konzentration schneller wieder auf den Schlaf lenken. Sobald die App draußen ist, werde ich berichten.

Hetzner stockt den Traffic abermals auf

Hetzner stockt den Inklusivtraffic der EQ-Reihe auf 10 TB auf und winkt damit durchaus mit dem Zaunpfahl zu OVH.  Natürlich ändert auch der nun noch höhere Inklusivtraffic nichts an der Gegebenheit, dass es sich bei der ganzen Geschichte um eine Mischkalkulation handelt, aber der Verbrauch von Bestandskunden wird durch eine solche Erhöhung in den seltensten Fällen wirklich steigen (da merke ich mal wieder, welch Minimalverbraucher ich bin ;-)).

Auch die Basis zur Trafficberechnung wurde geändert. Wie bei OVH ist nun aller eingehenden Traffic kostenfrei, bislang war das nur der interne Traffic (z.B. zum Backupserver).

Die gesenkte Setupgebühr, die nun 49 Euro beträgt, könnte zudem als Signal gedeutet werden, dass neue Hardware nicht mehr ganz so fern ist. Meinen EQ4 haben ich nun auch schon 21 Monate, rein technisch gesehen bin ich damit aber immer noch bestens bedient. Zufrieden bin ich mit Hetzner ohnehin.

Virtuell, aber einfach

In den letzten Wochen habe ich immer mal wieder auf virtuelle Lösungen für eine dedizierte Serverlösung geschaut und dabei interessante Erkenntnisse gewonnen. Vor der Recherche wäre mir grundsätzlich nur der VMWare Server als produktive und vor allem einfache Lösung eingefallen, doch schon bei der ersten Recherche wurde mir klar, dass das Ding schon wieder eingestellt wurde. ESXi wäre eine Nachfolgelösung, doch so richtig überzeugen konnte mich das auch nicht: erst einmal benötigt man kompatible Hardware, bei den Hetzner Servern also eine zusätzliche Intel Netzwerkkarte. Dafür wäre ein zusätzliches Paket notwendig, für eine private Lösung ist das etwas zu viel „Overhead“. Zudem fehlt eine Weboberfläche, die gerade einen großen Anreiz in Sachen Virtualisierung darstellt.
Und so gingen die Recherchen weiter und ich kam auf Proxmox. Auf den ersten Blick hatte ich dieses Produkt vor langer Zeit falsch eingeschätzt, wie sich schnell herausstellte. Kurzum: Proxmox ist einfach zu installieren, unterstützt KVM und OpenVZ, steht unter einer Open Source Lizenz und bietet eine gelungene Weboberfläche.
Nun fehlt mir nur noch die Zeit, um das Ding auch mal anzutesten. Eine spätere Servervirtualisierung könnte ich mir dann durchaus vorstellen. Dann aber geplanter als das letzte Serverupgrade auf Debian Squeeze.. 😉